Mythen über Hunde

Veröffentlicht am 2. Februar 2026 um 14:30

Teil 1: Allgemeine Mythen über Hunde

 

In der Hundehaltung halten sich viele Annahmen, die wissenschaftlich längst widerlegt sind oder nur unter bestimmten Bedingungen zutreffen. Die folgende Tabelle stellt 30 der verbreitetsten Mythen der modernen Faktenlage gegenüber.

 

1. Welpenschutz gilt überall

Welpenschutz existiert nur innerhalb des eigenen Rudels; fremde Hunde reagieren oft intolerant auf distanzlose Welpen.

 

2. Trockene Nase = Fieber

Die Feuchtigkeit der Nase ist kein verlässlicher Indikator für die Körpertemperatur.

 

3. Grasfressen bedeutet Krankheit

Meist dient es der Verdauungshilfe oder ist schlicht eine Verhaltensweise ohne Krankheitswert.

 

4. Wedeln ist immer Freude

Wedeln signalisiert Erregung, die auch bei Stress oder Aggression auftreten kann.

 

5. 1 Jahr = 7 Menschen Jahre

Diese Formel ist zu ungenau, da Alterungsprozesse stark von Rasse und Größe abhängen.

 

6. Rohes Fleisch macht aggressiv

Die Ernährung hat keinen direkten Einfluss auf die Aggressionsbereitschaft.

 

7. Kastration ersetzt Erziehung

Hormonelle Veränderungen lösen keine erlernten Verhaltensprobleme.

 

8. Hunde sehen nur Schwarz-Weiß

Hunde besitzen Farbrezeptoren für Blau und Gelb, sehen aber kein Rot.

 

9. Einmal Welpen ist gesund

Es gibt keinen medizinischen Beleg dafür, dass eine Trächtigkeit die Gesundheit der Hündin verbessert.

 

10.Alte Hunde lernen nichts mehr

Hunde sind bis ins hohe Alter lernfähig, wenn auch oft langsamer.

 

11. Schlittenfahren = Würmer

Häufiger Grund sind verstopfte Analdrüsen, nicht zwingend Parasiten.

 

12. Zuerst durch die Tür gehen

Die Reihenfolge beim Durchschreiten von Türen hat keinen Einfluss auf die Rangordnung.

 

13. Bellende Hunde beißen nicht

Ein bellender Hund kommuniziert Distanzwunsch; wird dieser ignoriert, kann er beißen.

 

14. Mischlinge sind gesünder

Sie können die Erbkrankheiten beider Elternlinien in sich tragen.

 

15. das Wunden lecken hilft bei der Heilung

Speichel enthält Bakterien, die Entzündungen hervorrufen können.

 

16. Hunde brauchen Abwechslung im Napf

Ein stabiles Futter ist für die empfindliche Darmflora oft verträglicher.

 

17. Garten ersetzt Spaziergang

Der Garten bietet keine neuen Umweltreize und ersetzt keine soziale Interaktion.

 

18. Hunde haben ein schlechtes Gewissen

Sie zeigen Beschwichtigungssignale als Reaktion auf die Verärgerung des Menschen.

 

19. Kleine Hunde brauchen keine Schule

Auch kleine Hunde benötigen Erziehung für ein stressfreies Leben.

 

20. Hunde wollen die Weltherrschaft

Hunde streben nach Sicherheit und Ressourcen, nicht nach abstrakter Dominanz.

 

21. Knurren muss bestraft werden

Knurren ist eine wichtige Warnung; wird sie unterbunden, beißt der Hund ohne Vorwarnung.

 

22. Rückenlage ist immer Unterwerfung

Es kann auch eine Spielaufforderung oder eine vertrauensvolle Entspannungshaltung sein.

 

23. Schwitzen nur über die Zunge

Hunde besitzen auch Schweißdrüsen an den Pfoten ballen.

 

24. Getreide ist pures Gift

Die meisten Hunde können aufgeschlossenes Getreide gut verwerten.

 

25. Knochen sind gefährlich

Gekochte Knochen splittern, rohe Knochen sind in Maßen meist unbedenklich.

 

26. Anspringen ist Dominanz

Meist handelt es sich um eine stürmische, distanzlose Begrüßung.

 

27. Schwarze Hunde sind böse

Dies ist ein rein psychologisches Phänomen der menschlichen Wahrnehmung.

 

28. Schlafende Hunde nicht wecken

Ein plötzliches Wecken kann zu Schreckreaktionen und Schnappen führen.

 

29. Hunde sind reine Fleischfresser

Biologisch gesehen sind Hunde "Carin-Omnivoren" (Allesfresser mit Schwerpunkt Fleisch).

 

30. Der Hund muss zuletzt essen

Die Fütterungsreihenfolge ist für die soziale Hierarchie irrelevant.


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