Teil 1: Allgemeine Mythen über Hunde
In der Hundehaltung halten sich viele Annahmen, die wissenschaftlich längst widerlegt sind oder nur unter bestimmten Bedingungen zutreffen. Die folgende Tabelle stellt 30 der verbreitetsten Mythen der modernen Faktenlage gegenüber.
1. Welpenschutz gilt überall
Welpenschutz existiert nur innerhalb des eigenen Rudels; fremde Hunde reagieren oft intolerant auf distanzlose Welpen.
2. Trockene Nase = Fieber
Die Feuchtigkeit der Nase ist kein verlässlicher Indikator für die Körpertemperatur.
3. Grasfressen bedeutet Krankheit
Meist dient es der Verdauungshilfe oder ist schlicht eine Verhaltensweise ohne Krankheitswert.
4. Wedeln ist immer Freude
Wedeln signalisiert Erregung, die auch bei Stress oder Aggression auftreten kann.
5. 1 Jahr = 7 Menschen Jahre
Diese Formel ist zu ungenau, da Alterungsprozesse stark von Rasse und Größe abhängen.
6. Rohes Fleisch macht aggressiv
Die Ernährung hat keinen direkten Einfluss auf die Aggressionsbereitschaft.
7. Kastration ersetzt Erziehung
Hormonelle Veränderungen lösen keine erlernten Verhaltensprobleme.
8. Hunde sehen nur Schwarz-Weiß
Hunde besitzen Farbrezeptoren für Blau und Gelb, sehen aber kein Rot.
9. Einmal Welpen ist gesund
Es gibt keinen medizinischen Beleg dafür, dass eine Trächtigkeit die Gesundheit der Hündin verbessert.
10.Alte Hunde lernen nichts mehr
Hunde sind bis ins hohe Alter lernfähig, wenn auch oft langsamer.
11. Schlittenfahren = Würmer
Häufiger Grund sind verstopfte Analdrüsen, nicht zwingend Parasiten.
12. Zuerst durch die Tür gehen
Die Reihenfolge beim Durchschreiten von Türen hat keinen Einfluss auf die Rangordnung.
13. Bellende Hunde beißen nicht
Ein bellender Hund kommuniziert Distanzwunsch; wird dieser ignoriert, kann er beißen.
14. Mischlinge sind gesünder
Sie können die Erbkrankheiten beider Elternlinien in sich tragen.
15. das Wunden lecken hilft bei der Heilung
Speichel enthält Bakterien, die Entzündungen hervorrufen können.
16. Hunde brauchen Abwechslung im Napf
Ein stabiles Futter ist für die empfindliche Darmflora oft verträglicher.
17. Garten ersetzt Spaziergang
Der Garten bietet keine neuen Umweltreize und ersetzt keine soziale Interaktion.
18. Hunde haben ein schlechtes Gewissen
Sie zeigen Beschwichtigungssignale als Reaktion auf die Verärgerung des Menschen.
19. Kleine Hunde brauchen keine Schule
Auch kleine Hunde benötigen Erziehung für ein stressfreies Leben.
20. Hunde wollen die Weltherrschaft
Hunde streben nach Sicherheit und Ressourcen, nicht nach abstrakter Dominanz.
21. Knurren muss bestraft werden
Knurren ist eine wichtige Warnung; wird sie unterbunden, beißt der Hund ohne Vorwarnung.
22. Rückenlage ist immer Unterwerfung
Es kann auch eine Spielaufforderung oder eine vertrauensvolle Entspannungshaltung sein.
23. Schwitzen nur über die Zunge
Hunde besitzen auch Schweißdrüsen an den Pfoten ballen.
24. Getreide ist pures Gift
Die meisten Hunde können aufgeschlossenes Getreide gut verwerten.
25. Knochen sind gefährlich
Gekochte Knochen splittern, rohe Knochen sind in Maßen meist unbedenklich.
26. Anspringen ist Dominanz
Meist handelt es sich um eine stürmische, distanzlose Begrüßung.
27. Schwarze Hunde sind böse
Dies ist ein rein psychologisches Phänomen der menschlichen Wahrnehmung.
28. Schlafende Hunde nicht wecken
Ein plötzliches Wecken kann zu Schreckreaktionen und Schnappen führen.
29. Hunde sind reine Fleischfresser
Biologisch gesehen sind Hunde "Carin-Omnivoren" (Allesfresser mit Schwerpunkt Fleisch).
30. Der Hund muss zuletzt essen
Die Fütterungsreihenfolge ist für die soziale Hierarchie irrelevant.
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